Integrative Hotels machen gemeinsame Sache
Unsere Hotelkooperation ist ein einzigartiges Netzwerk integrativer Hotelbetriebe, in welchem wir neue Wege in der Kooperation und Vernetzung von Angeboten der beruflichen Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderungen in Arbeit beschreiten. In regelmäßigen Erfahrungsaustauschen findet nicht nur ein fachlicher Wissenstransfer statt, sondern auch die verschiedenen Angebotsformen lernen voneinander. Schließlich verbindet uns alle das Ziel, der Benachteiligung von Menschen mit Behinderung im Bereich der Arbeit entgegenzuwirken und eine (gesellschaftliche) Inklusion zu forcieren.
Von diesem Gedanken zeugt auch unser Leitbild, unter dem wir uns zusammengefunden haben:
Für uns steht die Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung im Vordergrund. Durch die besondere Idee unserer Betriebe ist Barrierefreiheit im Sinne des Wortes selbstverständlich. Viele unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind Menschen mit Behinderung und werden je nach Ihren Fähigkeiten im gesamten Hotelbetrieb eingesetzt. Wir möchten allen unseren Gästen neben dem Gefühl Willkommen zu sein auch ein besonderes Gefühl von Menschlichkeit mit nach Hause geben.
Der Verbund der Embrace Hotels
Unser Verbund der Embrace Hotels besteht derzeit deutschlandweit aus 15 Mitgliedsbetrieben. In unseren Mitgliedsbetrieben sind rund 253 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon sind rund zwei Drittel Menschen mit Behinderung (159). Insgesamt verfügen unsere Betriebe über 452 Zimmer, deren Preise zwischen 40,00 und 120,00 Euro variieren. Rückmeldungen unserer Mitglieder 2007 ergeben Übernachtungszahlen von über 80.000 Übernachtungen für das Jahr 2007.
Die Standorte der Mitgliedsbetriebe sind Bielefeld, Bischofsreut, Detmold, Frankenau, Frankfurt/Main, Gütersloh, Hamburg, Kirchzarten, Kühlungsborn, Mainz, Much, Schleswig, Spiesen-Elversberg, Stralsund und Tauberbischofsheim. Alle verfügen über rollstuhlgerechte und/oder barrierefreie Zimmer. Die Palette der Angebotsformen reicht vom Jugendgästehaus über Tagungshotel, Garni- und/oder Drei-Sterne-Hotel bis hin zum Vier-Sterne-Wellnesshotel. Durch eine professionelle Außendarstellung und die gemeinsame Positionierung der Häuser am Markt wird eine höhere Auslastung erreicht und die Erhaltung der Arbeitsplätze gesichert.
Integration von Menschen mit Behinderungen
Die zahlreichen Gründungen im Bereich der Hotellerie der vergangenen Jahre zeigen, dass
- Menschen mit Behinderung ein Arbeitsfeld mit einfachen, wiederkehrenden und gut zu standardisierenden und erlernenden Tätigkeiten zur Verfügung gestellt werden kann.
- hier eine Integration in die Gesellschaft durch Arbeit erreicht werden kann.
- eine gesellschaftliche Anerkennung der Leistung der Menschen mit Behinderung ihren unmittelbaren Ausdruck in den Belegungsquoten des Hotels und in einer besonderen Weise durch den direkten Umgang mit dem Gast finden.
Diese positiven Effekte können auch langfristig nicht durch die auf dem Arbeitsmarkt zu beobachtende fortschreitende technische Entwicklung geschmälert werden.
Damit kommt integrativen Hotels eine einzigartige Bedeutung im Rahmen der Inklusion von Menschen mit Behinderung bzw. der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu.
Die Beschäftigung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter findet in Hotelbetrieben statt, die sich auf dem ganz normalen Arbeitsmarkt positionieren müssen. Das Beschäftigungsumfeld besteht aus dem ganz normalen Hotelalltag: dem Umgang mit Gästen, Frühstücksservice, Tagungsgeschäft, a la Carte Bereich, Zimmerreinigung, Botengängen, Einkauf etc. Es besteht ein sehr hoher Normalisierungsgrad der Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Der Hotelmarkt und die Positionierung der Betriebe des Verbunds der Embrace-Hotels
Trotz der seit Jahren steigenden Übernachtungszahlen: Der Hotelmarkt in Deutschland ist generell als wettbewerbsintensiver (Verdrängungs-)Markt zu beschreiben, auf dem nur (dauerhaft) überlebt, wer sich mit pfiffigen Konzepten wohltuend von seinen Mitbewerbern am Standort abhebt.
Die integrativen Konzepte unserer Embrace Hotels können gerade in der heutigen Zeit punkten:
- Die hohe Motivation des Personals und die besondere familiäre Atmosphäre in den Betrieben ist aufgrund der branchenüblichen personellen Schwierigkeiten ein großer Wettbewerbsvorteil gerade gegenüber der sich weiter ausbreitenden Marken-/Kettenhotellerie.
- Studien von Trendforschern weisen darauf hin, dass Reisende Urlaub immer stärker mit ihrem guten Gewissen verknüpfen: Das Credo ‚Das Leben genießen und Gutes tun’ liegt im (Mega-)Trend, so dass die Voraussetzungen für integrative Hotels ausgezeichnet sind.
- Die demografische Entwicklung und die steigende Mobilität und Aktivierung der Senioren sind ausgezeichnete Voraussetzungen für die Etablierung barrierefreier und zugleich sozialer Hotels. Diese Urlaubergruppe weiß barrierefreie Angebote in der Regel besonders zu schätzen.
Fazit
Integrative Hotels bieten einzigartige Möglichkeiten zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Dieser Meinung ist auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen, die uns am 6. März 2008 auf der Werkstätten:Messe mit dem Preis exzellent:kooperation ausgezeichnet hat. Zudem spiegeln wir eine vorbildliche Partnerschaft zwischen Werkstatt, Betrieben der Erwerbswirtschaft und integrativen Hotelbetrieben wider. Die Voraussetzungen für weitere Neugründungen integrativer Hotels sind gut. Das zeigt auch die hohe Zahl geplanter neuer Betriebe: derzeit stehen 10-12 integrative Hotels vor der Realisierung, wie z.B. in Berlin, Bochum, Celle, Eschwege, Kempten und Stuttgart.
Nach unseren Erfahrungen führt die gemeinsame Vermarktung durch den Verbund der Embrace Hotels zu einem höheren Bekanntheitsgrad der Mitglieder, einer höheren Auslastung und einer Sicherung der Arbeitsplätze. Und die Zeichen für den Verbund stehen im In- und Ausland auf Wachstum.





